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Peter Pan-Generation Y, idealistische Weltverbesserer der Generation Z und ehrgeizige, aber ausgebrannte Generation X – in nur wenigen Jahren werden sie gemeinsam den Arbeitsmarkt definieren. Werden ihre unterschiedlichen Bedürfnisse den Arbeitgebern zum Verhängnis oder sind sie vielleicht gar nicht so verschieden, wie oft behauptet wird? Die Generationen-Studie von Universum wirft einen Blick in die Zukunft.



Ältere Generationen halten die Generation Z für faul und finden, dass die Generation Y nicht erwachsen werden will. Generation Y beschreibt sich selber als bequem, die jüngere Generation hält sie jedoch für motivierte, harte Arbeiter. Während die Generation X sich selbst als ehrgeizig und voller Antrieb beschreibt, finden jüngere Generationen weniger positive Worte für sie: langweilig und müde. Das ergibt eine Generationen-Studie von Universum, INSEAD, The Head Foundation und dem MIT. Doch sind die Generationen wirklich so unterschiedlich, wie oft behauptet wird? Und falls ja, wie wirkt sich das auf den Arbeitsmarkt aus, wo bald alle drei Generationen zusammenarbeiten werden?

«Die heutige Arbeitswelt ist ein interessanter Mix aus Werten verschiedener Generationen mit unterschiedlichen Führungsstilen und Präferenzen in Bezug auf den Arbeitsplatz», fasst Henrik Bresman, Professor für Organisationsverhalten und Direktor des Global Leadership Centres von INSEAD, die Ergebnisse der Studie zusammen. Die Einstellungen zum Beruf unterscheiden sich teilweise klar, beispielsweise in Bezug auf ihren Optimismus bzw. Pessimismus gegenüber dem Arbeitsmarkt. Erstaunlicherweise haben Vertreter der Generation Y mehr Hoffnung, sobald sie den Arbeitsmarkt betreten, als noch während des Studiums. Bei der Generation X ist das Gegenteil der Fall. Millennials waren über Jahre mit düsteren Zukunftsprognosen über den Arbeitsmarkt konfrontiert. Möglicherweise sind sie dadurch beim Eintritt in die Berufswelt positiv überrascht.

Der Führungsstil der Zukunft

Klar unterscheiden sich die Generationen auch im Hinblick auf den gewünschten Führungsstil. Während Vertreter der Generationen X und Y sich eine offene Kommunikation mit ihren Vorgesetzten wünschen, ist für die Generation Z eine positive Einstellung am wichtigsten. In einer Konstellation, in der Vorgesetzte aus einer Generation stammen und Angestellte aus einer anderen, kann das zu Reibungen führen. Beispielsweise, wenn junge Mitarbeitende von ihren Vorgesetzten motiviert werden wollen, diese das aber nicht als Teil ihrer Aufgaben sehen. Das Modell der geteilten Führung kann in solchen Situationen Abhilfe schaffen. Hierbei wird Führung nicht als Rang oder spezifische Rolle verstanden, sondern als einen wertvollen Beitrag zur Organisation und ihren Mitarbeitenden. So können Führungs- und «Untergebenen» -Rollen fliessend wechseln und eine Person kann sogar beide Funktionen innehaben.

Einen wertvollen Beitrag leisten

«In Einem sind sich alle Generationen einig: Sie wollen sich mit den Werten und der Kultur einer Organisation identifizieren», so Henrik Bresman. Dass jüngere Generationen einen inspirierenden Unternehmenszweck suchen, ist schon lange bekannt. Unter Zugzwang, dieser Erwartung zu entsprechen, spenden Unternehmen für diverse Zwecke, lassen ihre Mitarbeitenden Freiwilligeneinsätze leisten oder lassen sich unter dem Begriff «Corporate Social Responsibility» weitere Massnahmen einfallen.

«ZUM ERSTEN MAL IN DER GESCHICHTE DER MENSCHHEIT HABEN INDIVIDUEN DAS PRIVILEG, NACH EINER INTERESSANTEN AUFGABE ZU STREBEN UND IHR LEBEN ENTSPRECHEND ZU GESTALTEN»
Saul Wurman Gründer der Konferenz TED

Zu wissen, dass auch ältere Generationen sich mit den Werten ihres Arbeitgebers identifizieren wollen, dürfte den Druck auf die Unternehmen noch erhöhen. Die Generationen-Studie von Universum gibt jedoch Entwarnung: Eine sinnvolle Arbeit zu verrichten, bedeutet nicht zwingend, für ein wohltätiges Unternehmen zu arbeiten. Mitarbeitende wollen in erster Linie sehen, wie ihre Arbeit zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Arbeitgeber, die ihre Daten offenlegen und ihre Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse einbeziehen, erhöhen dadurch deren Zufriedenheit und Loyalität.

Digitale Fitness ist ein Muss

Immer mehr Mitarbeitende erwarten, dass die Tools, womit sie am Arbeitsplatz arbeiten, genauso einwandfrei funktionieren wie die Plattformen und Applikationen, die sie in ihrer Freizeit nutzen. Dies ist jedoch bei Weitem noch nicht der Fall. Ergebnisse der Studie zeigen, dass aus Sicht der Arbeitnehmer die meisten Arbeitgeber den Ansprüchen einer digitalen Welt noch nicht gewachsen sind. Der Fokus digitaler Innovationen liegt, wenn überhaupt, auf Kundenprojekten – während interne Prozesse wie Wissenstransfer und Projektmanagement oft noch manuell, wenig automatisiert und stark papierbasiert betrieben werden. Während es vielerorts also noch an elementaren Grundlagen fehlt, träumt die Belegschaft jedoch schon davon, virtuelle Realität in ihre Arbeit zu integrieren. Dieser Trend, der für viele Arbeitgeber noch wie Zukunftsmusik in weiter Ferne klingt, steht also bereits vor der Tür und wird insbesondere von der Generation Z vorangetrieben werden. Noch ist diese Generation kaum in den Arbeitsmarkt eingetreten. Schon 2020 wird sie aber zwanzig Prozent der Arbeitskräfte ausmachen und einen entsprechenden Einfluss auf den Arbeitsplatz nehmen.

Die Generation Z kann sich ein Leben ohne Zugang zu digitalen Medien schwer vorstellen. Wenn es um Training und Weiterbildung geht, bevorzugt sie jedoch den persönlichen Kontakt. Überraschenderweise sind es Vertreter der Generation X, die sich am meisten für Online-Trainings begeistern können – vermutlich aus pragmatischen Gründen wie Zeitmangel. Eine Studie von McKinsey zeigt, dass Weiterbildungsmassnahmen oft nicht den erwünschten Effekt haben. Fast alle neu erworbenen Fähigkeiten werden innerhalb eines Jahres wieder vergessen, die Leistung der Mitarbeitenden wird nur in wenigen Fällen gesteigert. Somit ist es höchste Zeit, Trainingsmodelle zu überdenken und den Erwartungen der Mitarbeitenden anzupassen – und in diesem Fall dem Trend, alles zu digitalisieren, zu widerstehen.

Die neue Spezies Intrapreneur

«Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit haben Individuen das Privileg, nach einer interessanten Aufgabe zu streben und ihr Leben entsprechend zu gestalten», sagt Richard Saul Wurman, Architekt und Gründer der Konferenz TED.

«DIE HEUTIGE ARBEITSWELT IST EIN INTERESSANTER MIX AUS WERTEN VERSCHIEDENER GENERATIONEN MIT UNTERSCHIEDLICHEN FÜHRUNGSSTILEN UND PRÄFERENZEN IN BEZUG AUF DEN ARBEITSPLATZ»
Henrik Bresman

Die Konferenz entspricht der Philosophie der sog. «Sharing Economy», die auf dem Prinzip basiert, dass Wissen und andere Güter kostenlos geteilt werden. Die sog. TED-Talks inspirieren weltweit Millionen zu Umdenken und Innovation. Diese Art des Unternehmertums, die auch von erfolgreichen Startups wie Uber und Airbnb betrieben wird, findet immer mehr Anklang und bietet, gepaart mit technologischem Fortschritt, einen idealen Nährboden für Freiberufler. Für Arbeitgeber bedeutet das, dass sie sich auf der Suche nach den richtigen Talenten nicht nur gegenüber anderen Unternehmen behaupten müssen, sondern auch gegen die immer attraktivere Option, selbständig tätig zu sein oder ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Insbesondere für die Generation Z sind dies gleichwertige Optionen. Wie lassen sich also junge Talente für ein Unternehmen begeistern und erfolgreich integrieren? Die Antwort lautet «Intrapreneurship», Unternehmertum im Unternehmen. Auch in grossen, etablierten Organisationen wird den Mitarbeitenden die Möglichkeit gegeben, ausserhalb ihrer täglichen Aufgaben an innovativen Projekten zu arbeiten und so auf unternehmerische Weise den Erfolg der Organisation voranzutreiben. Agile Strukturen, die rasche Veränderungen ermöglichen, fördern diese Denk- und Arbeitsweise. So können Mitarbeitende ihre Ideen verwirklichen, ihre Interessen einbringen und diese mit Leidenschaft verfolgen. Die Unternehmen erhalten im Gegenzug produktive und zufriedene Angestellte.

Flexibilität – jetzt aber wirklich

Eine Voraussetzung für solches Unternehmertum im Unternehmen ist Flexibilität. Flexible Arbeitsmodelle werden seit Jahren besprochen, aber noch wenig gelebt. Dabei ist dies längst nicht mehr nur ein Anliegen älterer Generationen, sondern eine weit verbreitete Erwartung. Sogar in Unternehmen, in denen flexible Arbeitsmodelle angeboten werden, werden diese oft gar nicht genutzt. Bei vielen Mitarbeitenden herrscht noch die Angst, dass dadurch ihre Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber oder ihr Engagement im Job angezweifelt wird – oder dass der Vorwurf entsteht, die Arbeit anderen aufzubürden. Somit müssen Unternehmen herausfinden, welche Art von Flexibilität in ihrem individuellen Umfeld funktioniert, und sollten diese flexible Arbeitskultur konsequent vorantreiben.

Das Fazit der Studie lautet somit: Unterschiedliche Vorstellungen vom idealen Arbeitsplatz können zu Ineffizienz, Frustrationen oder gar Konflikten zwischen den Mitarbeitenden führen. Eine Belegschaft aus verschiedenen Generationen sollte daher als Untersuchungsgegenstand ganz oben auf der Agenda stehen. Je besser Unternehmen die gemeinsamen und unterschiedlichen Erwartungen ihrer Mitarbeitenden verstehen, desto besser können sie ihre Unternehmenskultur, Führungsphilosophie und Mitarbeitertrainings gestalten – und erfolgreich in die Zukunft schreiten.

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